Header
 

Otto Schneid
Museumskustos, Maler, Bildhauer, Hochschullehrer
geb. Jablunkova (Tschechien) 30.1.1900 – gest. Toronto 1974

Studium: 1918 Ein Semester Medizin in Wien, Abbruch
1918-1926 Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Orientalistik in Wien und Paris

Promotion: 1926

Doktorvater: Strzygowski

Dissertationsthema: „Das chinesische Vordergrundbild. Die Blüte der religiösen Tier- und Pflanzenmalerei Ostasiens.“

Emigration: Er flüchtet 1939 nach Palästina, wo er bis 1960 lebt.

Ad Personam: Von 1934 bis 1938 baut Otto Schneid in Wilna ein Kunstmuseum in Kooperation mit dem Yiddish Scientific Institute (YIVO) auf. Es enthält Werke zeitgenössischer jüdischer Kunst sowie religiöse Objekte. Neben dem Engagement für ein Museum für jüdische Kunst, arbeitet Schneid an einem Buchprojekt zu jüdischer Kunst. Das Manuskript „Die Juden und die Kunst“, das Otto Schneid 1938 fertig gestellt hat und in Wien im selben Jahr publizieren will, wird von den Nazis konfisziert. Aufgrund seiner Aktivitäten wird Schneid von den Nazis verfolgt. Er versteckt sich ein halbes Jahr bei verschiedenen Freunden in Polen, bis er sich der Polizei stellt. Er wird entgegen seiner Erwartung inhaftiert. Nach drei Tagen Haft kann er durch das Bemühen seiner Freunde um ein Studentenvisum der Hebrew University in Jerusalem, das er dann tatsächlich erhält, dem Gewahrsam entkommen. Die Kunstwerke, die Otto Schneid mit viel Mühe für sein Museum gesammelt hat, werden 1939 von den Nazis konfisziert und nach Deutschland gebracht. Seine Mutter wird 1945 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Nach dem Krieg unterrichtet Otto Schneid von 1947-1960 am Technion in Haifa. Ab 1960 lebt er als freischaffender Künstler in den USA, ab 1963 in Kanada.

 

 

 

bearbeitet von Elisabeth Hochwarter