Magdalene Starkenstein
verh. van Emde Boas
geb. 17.10.1917 in Prag – lebt in Amsterdam
Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin, Übersetzerin, Konferenzdolmetscherin
Ausgrenzungsgrund: jüdische Abstammung
Studium: Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
Professoren: Camillo Praschniker, Hans Sedlmayr, Karl Öttinger, Fritz Eichler, Robert Heine-Geldern
Promotion: 1942 in Amsterdam
Doktorvater: Iohan Quirijn van Regteren Altena
Dissertationsthema: -
Ad Personam: Magda wird als Tochter des Professors Emil Starkenstein und seiner Frau Maria Starkenstein-Weil in Prag geboren. Sie besucht die Deutsche Volksschule und das Deutsche Gymnasium. Magda beginnt ihr Kunstgeschichtestudium in Prag und zieht 1937 in die Landesgerichtsstraße 6 nach Wien. Sie ist zuletzt im Sommersemester 1938 im 4. Semester an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien inskribiert. Als die NS-Gesetze gegen jüdische Studenten umgesetzt werden, kehrt sie nach Prag zurück.
Nach der NS-Okkupation der Tschechischen Republik im März 1939 verliert ihr Vater die Stelle an der Universität, ihr Bruder Walter wird gefangen genommen und Magda muss das Studium abbrechen. Die Eltern fliehen nach Amstelveen (NL), Magda bleibt in Prag und hofft auf die Freilassung ihres Bruders. Durch Unterstützung eines Freundes, Prof. E. Lacqueur, wird Magda in Utrecht zum Studium zugelassen, wo sie bei Professor Vogelenzwang studiert. Nach dem Einmarsch der NS-Truppen muss sie erneut den Studienort nach Amsterdam verlegen. 1941 heiratet sie den Neuropsychiater Coen van Emde Boas (1904-1981), mit dem sie zwei Söhne hat. 1942 macht sie ihr Doktorat in Kunstgeschichte. 1939 emigrierte ihr Vater, Professor für Pharmakologie an der Karlsuniversität in Prag nach Holland, wahrscheinlich mit Magdalene. 1941 wurde dieser verhaftet und starb am 6. Nov. 1942 in Maut-hausen.
Ihr Haus dient als Rückzugsort für befreundete Künstler, die in der Widerstandsbewegung aktiv sind. Erst nach dem Krieg ist für Magda eine Arbeit als Kunstkritikerin möglich. Sie schreibt hauptsächlich für linksorientierte Publikationen, z.B. für „de Waarheid“ zudem arbeitet sie als Übersetzerin für tschechische Literatur. Ab den frühen 50er Jahren dolmetscht sie bei Kongressen mit dem Schwerpunkt auf Medizin und Kunst. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1981 ist Magda weiter als Kunstkritikerin und Dolmetscherin tätig. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Amsterdam. |